Paul Koek, geboren 1954, studierte Schlagzeug am Königlichen Konservatorium in Den Haag als Schüler von Frans van der Kraan. Sein Interesse richtete sich vor allem auf moderne und zeitgenössische Musik. Er war an der Gründung und weiteren Entwicklung des modernen Musikensembles Hoketus beteiligt, das unlösbar mit dem Namen des Komponisten Louis Andriessen verbunden ist. Paul Koek war Mitglied des ASKO-Ensembles, der Ebony Band von Werner Herbers und der Musikgruppe LOOS, mit denen er Werke von Stockhausen, Varère, Emmer, De Bondt und anderen zeitgenössischen Komponisten spielte.

1986 ging Paul Koek als Musiker und Regisseur zur Theatergroep Hollandia, die 1985 von Johan Simons gegründet worden war; 1993 übernahm er, zusammen mit Simons, die künstlerische Leitung.

Bei der Theatergroep Hollandia und an der Abteilung ’Bild und Ton’ am Königlichen Konservatorium in Den Haag arbeitet Paul Koek an der Entwicklung des zeitgenössischen Musiktheaters. Zusammen mit Dick Raaijmakers entwickelte er vor allem das Elektrische Musiktheater. Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit waren „Der Fall/Dépons“ (1993), eine Reaktion auf Reponse von Pierre Boulez, „Der Stein“ (1995), „De val van Mussolini“, und „Hermans Hand“ (1995).

Die griechischen Tragödien nehmen in Paul Koeks Werk einen besonderen Platz ein. Nachdem er 1989 die Hoketus-Techniken auf den Chor von „Prometheus“ übertragen hatte, begann er 1994 bei „Perzen“ (Die Perser) gemeinsam mit dem Übersetzer Herman Altena, den altgriechischen musikalischen Techniken nahe zu kommen.

1990 führte er „William Blake in Hell“ von Huub Emmer (Musik) und Ken Hollings (Text) auf. 1998 komponierte er mit Martijn Padding, Louis Andriessen und Florentijn Boddendijk, zu einem Text von Lex Bohlmeijer die Oper „Oldenbarneveldt“. 2000 führte er beim Muziektheater Transparant zusammen mit Johan Simons Regie bei „Triumph of Spirit over Matter“ von Johan Thielemans (Text) und Wim Henderickx (Musik).

Seit Januar 1997 leitet Paul Koek das Veenstudio, eine Initiative der Theatergroep Hollandia, um im eigenen Haus die Entwicklung des Musiktheaters weiter zu treiben. Mit dem Veenstudio produzierte Paul Koek - Regie mit Johan Simons - das Stück „Ongebluste Kalk“ (1999) mit Florentijn Boddendijk und Remco de Jong,.
Im Januar 2001 fusionierten die Theatergroep Hollandia und Het Zuidelijk Toneel zur Zuidelijk Toneel Hollandia. Paul Koek bildet zusammen mit Johan Simons die künstlerische Leitung.

Für die RuhrTriennale 2002 komponiert Paul Koek die Abende „Der Fall der Götter“ und „Bakchen“. Als Auftragswerk für 2003 inszenieren Paul Koek und Johan Simons mit Mitgliedern der Zuidelijk Toneel Hollandia „Passato Sentimento. Recherche über die Erfindung des Gefühls“.
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