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Julian Röder

Orfeo

Claudio Monteverdi, Susanne Kennedy
Suzan Boogaerdt, Bianca van der Schoot
Solistenensemble Kaleidoskop

Julian Röder

Musiktheater/Uraufführung

„Susanne Kennedy löst mit ihrer wirksamen Gefühlsmanipulation schon am Ende der ersten Ruhrtriennale-Woche ein, was sich Intendant Johan Simons gewünscht hatte: Das Publikum solle auch mal raus der Komfortzone und die Kunst zu nahe kommen lassen.“

Maja Ellmenreich, Deutschlandfunk.de

Orfeo
Eine Sterbeübung

Orpheus und Eurydike: Er, der Überlebende, sie, die Verstorbene. Er verwandelt seinen Schmerz in Kunst, sie stirbt in Stille. Orpheus steigt herab zu Eurydike in die Unterwelt, um sie ins Leben mit ihm zurückzuholen.

In dieser performativen Installation von Susanne Kennedy, Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot, wird „Orfeo“ als begehbarer Parcours konzipiert. Die Zuschauer werden in Gruppen von maximal acht Personen durch unterschiedliche Räume geführt. Die Handlung von „Orfeo“ konzentriert sich auf die Reise durch die Unterwelt. Das Publikum wird Zeuge von Eurydikes Leben nach dem Tod. Inspiriert vom “Tibetischen Totenbuch” und den dort beschriebenen Stufen des Todes und der Wiederauferstehung, ist ein polyphones Raumgefüge gestaltet worden, durch das sich der Besucher bewegen wird. Es ist eine Welt, die mit der ambivalenten Beziehung zwischen realen physischen und virtuellen Zuständen spielt. In dieser hyperrealen Umgebung, bewohnt von „synthetic girls“, kommt es zu einer Fusion von physischem und digitalem Selbst.

„Man erlebt hier den „Orfeo“ nicht als die erste erhaltene Oper der Musikgeschichte, sondern als Soundtrack eines beklemmenden, todtraurigen Gangs durch die eigene Psyche.“

Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung, 25.8.2015
© (c) Julian Röder

Dieses Zwischenreich, in dem Eurydike residiert, ist von Musik umgeben. Musikalische Fragmente der Oper Monteverdis verselbstständigen sich und verbinden die Räume, die Eurydike bewohnt. Das Solistenensemble Kaleidoskop überführt Monteverdis Partitur in momenthafte Klangereignisse, unabhängig vom ursprünglichen chronologischen Verlauf der Musik. Die Musiker synchronisieren ihr Spiel stattdessen mit einer digitalen Version der Partitur. Damit werden sie Teil der Maschine, die diese Zwischenwelten steuert.

Susanne Kennedy, Suzan Boogaerdt, Bianca van der Schoot © Julian Baumann für die Ruhrtriennale

Besetzung/ Mitwirkende

(c) Julian Röder

(c) Julian Röder

(c) Julian Röder

(c) Julian Röder