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Anne Teresa De Keersmaeker

Tanz/Uraufführung

„Reiten, reiten, reiten, durch den Tag, durch die Nacht, durch den Tag. Reiten, reiten, reiten.“ Mit peitschenden Worten beginnt Rainer Maria Rilke seine Erzählung, die seine berühmteste und erfolgreichste wurde (und zu Zeiten der Weltkriege zu Propagandazwecken diente). Beinahe atemlos drängt es einen jungen Soldaten an die Front des Türkenkriegs im 17. Jahrhunderts, kurz schließt er unterwegs Freundschaft, befreit im Vorbeieilen eine Vergewaltigte und gibt sich im Rausch der leidenschaftlichen Nacht mit einer unbekannten Gräfin hin, ehe ihn auf dem Schlachtfeld der Heldentod ereilt mit der Fahne in der Hand.

Ein literarischer Fiebertraum ist diese „Weise“, in der alle Sphären verwischen: jugendlicher Lebenshunger und tragischer Todesmut; Männergestalten und Frauenbilder; Sprache und Rhythmus.

Und er schaut: Es bäumt sich. Es bäumt sich ein Leib / den Baum entlang, und ein junges Weib, / blutig und bloß, / fällt ihn an: Mach mich los!

„Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ (Rainer Maria Rilke)

Für die belgische Choreografin und Tänzerin Anne Teresa De Keersmaeker ist die Beschäftigung mit Rilkes „Cornet“ ein lang gehegter Wunsch. Wie entsteht Bewegung aus Atmen, aus Geräusch, Rede, Gesang? „Ich möchte die Grenzbereiche in Rilkes Text erkunden, die Nuancen, die er aufzeigt zwischen Frau und Mann, Lyrik und Prosa.“ – Ein Zusammenspiel aus Tanz, Musik und Dichtung in einer textbasierten Performance, die Rilkes Werk im deutschen Original zur Sprache bringt (mit englischen Übertiteln).

Besetzung/ Mitwirkende