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DIe sTILLe KRaFt

Louis Couperus, Ivo van Hove

Schauspiel/Neuinszenierung

Louis Couperus gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Niederlande. Sein 1900 erschienener Roman „Die stille Kraft“ spielt zur Kolonialzeit auf Java. Der pflichtbewusste Resident Otto van Oudijck verwaltet seinen Bezirk mit harter, aber wie er findet: gerechter Hand. Unbeirrbar glaubt er an das Gute seiner Arbeit und ist dabei blind für die eigentlichen Bedürfnisse der indonesischen Bevölkerung sowie für den unmoralischen Lebenswandel seiner Frau. Als er schließlich einen javanischen Adligen aus dem Amt entlässt, gerät sein geordnetes Leben aus den Fugen. Die „stille Kraft“, die dämonische Magie des Orients, wendet sich gegen ihn und die Kolonialisten. Das Paradies wird zur Hölle.

Video-Dokumentation über Louis Couperus und "Die stille Kraft" mit Ivo van Hove. Video: Kiosque Düsseldorf

„Wir sind Idioten, wir Abendländer hier in diesem Land. Warum bringen wir das ganze Drum und Dran unserer teuren Kultur hierher, die es hier doch gar nicht aushält! (…) All eure Kultur, die euch reich machen soll – das ist eine abendländische Idee, die auf die Dauer scheitern muss.“

 

Eva Eldersma in „Die stille Kraft“ (Louis Couperus)

Visionär treffen hier westliche und östliche Kultur unversöhnbar aufeinander. Man denke an internationale Brandherde heute, wo exportierte westliche Wertvorstellungen, von denen fremde Länder quasi „umschlungen“ werden sollten, trotz bester Absichten in blutigen Konflikt mit dortigen Lebensmodellen geraten. Auch die aktuellen Ereignisse in Europa haben der Debatte um die vermeintlichen Werte des „Abendlandes“ weiteren Zündstoff gegeben.
 
So wird die Schauspieladaption nicht nur zu einer Reise in die Vergangenheit kolonialer Weltordnung, wie sie auch die Deutschen einst zu installieren versuchten. Regisseur Ivo van Hove: „Couperus’ Themen gehen die ganze Welt an, gerade jetzt. Sein Werk trifft den Nerv unseres 21. Jahrhunderts.“

Die Ruhrtriennale und Ivo van Hove werden sich drei Jahre in Folge dem herausragenden literarischen Werk von Louis Couperus widmen. Dies bietet die Chance einer nachhaltigen und tief gehenden Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten und vielseitigsten europäischen Schriftsteller, der bei der Ruhrtriennale wiederentdeckt werden kann. „Die stille Kraft“ ist der erste Teil dieser Couperus-Trilogie, die 2016 und 2017 mit weiteren Schauspieladaptionen fortgesetzt wird.

Besetzung/ Mitwirkende