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Byung-Chul Han

Byung-Chul Han, geboren 1959 in Seoul, studierte zunächst Metallurgie in Korea, dann Philosophie, Germanistik und katholische Theologie in Freiburg und München. Nach seiner Habilitation lehrte er Philosophie an der Universität Basel, ab 2010 Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Seit 2012 ist er Professor für Kulturwissenschaft an der Universität der Künste in Berlin.

In den vergangenen Jahren beeinflusste Han die aktuelle gesellschaftliche Debatte u. a. mit dem durch ihn geprägten Begriff der „Transparenzgesellschaft“, die er als eine Gesellschaft des Misstrauens, des Verdachts und der Kontrolle beschreibt, der man sich paradoxerweise freiwillig unterwerfe. Ebenfalls prägte Han den Begriff der „Müdigkeitsgesellschaft“: Selbstausbeutung gehe heute einher mit der Illusion von Freiheit – bis die Leistungssteigerung den Mensch zum Seeleninfarkt treibe.

In seinem Essay „Duft der Zeit“ (transcript Verlag) tritt Han für ein neues Lebensmodell der Muße ein: Der Imperativ der Arbeit habe den Mensch zum Arbeitstier degradiert; notwendig sei eine Wiederbelebung der „vita contemplativa“, einer Zeit des Verweilens und der ziellosen Zerstreuung. Arbeit als Un-Ruhe, als Un-Freiheit habe sich der Muße unterzuordnen. „Gerade die heutige Gesellschaft ist ein Beleg dafür, dass der Mensch, der ganz und gar ein Arbeitssubjekt geworden ist, zu jener freien Zeit, die keine Zeit der Arbeit ist, nicht fähig ist. (…) Das kontemplative Verweilen gibt Zeit. Es weitet das Sein, das mehr ist als Tätig-Sein. Das Leben gewinnt an Zeit und Raum, an Dauer und Weite, wenn es das kontemplative Vermögen wiedergewinnt.“

Zuletzt erschienen von Byung-Chul Han „Im Schwarm: Ansichten des Digitalen“ (Matthes & Seitz Berlin) sowie „Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken“ (S. Fischer Verlag).