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ACcaTTONe

Pier Paolo Pasolini, Johann Sebastian Bach
Philippe Herreweghe, Johan Simons

Musiktheater/Uraufführung

Tisch für temporäres Restaurant vor Accattone reservieren

Er lügt und stiehlt, zwingt Frauen in die Prostitution und predigt Zwietracht. Arbeit gilt dem Anti-Messias Accattone (dt. „Bettler“) als Laster, er und seine Gefährten definieren sich nicht durch Besitz, Status oder gesellschaftliche Funktion. Verdrängt an die wüstenartigen Randgebiete der kapitalistischen Welt, die einer Dante’schen Hölle gleichen, kämpfen Pasolinis Helden des „Subproletariats“ ums Überleben. Statt bürgerlichen Wert- und Moralvorstellungen zu gehorchen, folgen sie ihrem Instinkt und huldigen der Intensität des Augenblicks. Pasolini erblickte deshalb in diesem „Subproletariat“ das Potenzial für eine gesellschaftliche und politische Neuordnung.

Mandela Wee Wee, Steven Scharf, Steven van Watermeulen, Benny Claessens, Pien Westendorp, Laura Mentink © (c) Julian Röder

Johan Simons’ Inszenierung nimmt diese Perspektive als Ausgangspunkt für ein Musiktheaterprojekt, bei dem Pasolinis Text und die Musik Johann Sebastian Bachs in ein neues Verhältnis gesetzt werden. Philippe Herreweghe und Collegium Vocale Gent erschaffen mit Bachs Kantaten ein Spannungsfeld zwischen himmlischem Erlösungsversprechen und irdischer Realität, das in der zum ersten Mal bespielten Kohlenmischhalle der Zeche Lohberg in Dinslaken auch visuell gewaltigen Ausdruck findet.

Musikalische Leitung am 14. 15. 19. 20 August: Philippe Herreweghe
Musikalische Leitung am 22. 23. August: Christoph Siebert

Besetzung/ Mitwirkende

Accattone - Steven Scharf
Maddalena - Sandra Hüller
Amore - Elsie de Brauw
Das Gesetz - Benny Claessens
Stella - Anna Drexler
Pio - Mandela Wee Wee
Balilla - Steven van Watermeulen
Cartagine - Jeff Wilbusch
Renato - Lukas von der Lühe
Nannina/Aszensa - Laura Mentink
Io - Pien Westendorp
Sopran - Dorothee Mields
Countertenor - Alex Potter
Tenor - Thomas Hobbs
Bass - Peter Kooij
Collegium Vocale Gent

Edi Szekely für die Ruhrtriennale 2015

(c) Julian Röder

(c) Julian Röder

(c) Julian Röder