RuhrTriennale
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Unter Eis Musiktheater von Jörn Arnecke nach einem Libretto von Falk Richter

Uraufführung
Musikalische Leitung:
Bühne:
Kostüme:
Tina Kloempken
Licht:
Carsten Sander
Video:
Meika Dresenkamp
Dramaturgie:
Thomas Fiedler
 
Mit:
Markus Brück, André Szymanski, Thomas Wodianka, Chorsolisten des Philharmonia Chors Wien, Knabensopran der Chorakademie Dortmund, Ensemble Resonanz,
Premiere:
28. September
Beginn:
20:00
Spieldauer:
ca. 2 Stunden, eine Pause
Vorstellungen:
30. September, 3., 5., 6. Oktober
Beginn:
20:00
Spieldauer:
ca. 2 Stunden, eine Pause
Einführungen:
3., 5., 6. Oktober
Die Einführung beginnt jeweils 45 min vor Spielbeginn
Preise:
Kategorie A
60 €
Kategorie B
50 €
Kategorie C
40 €
Kategorie D
20 €
Publikumsgespräche mit Mitwirkenden nach der Vorstellung am 30. September

»Paul Niemand, zu alt für einen Neuanfang, zu jung, um sich schon aufzugeben, in ein paar Jahren ist alles vorbei.«
Unter Eis, 1. Szene

Paul Niemand und seine Kollegen sind Berater. Sie reden die spezifische Sprache der Berater, sie entlassen Menschen, sie versprechen Lösungen für jedes Problem und garantieren einen reibungslosen Ablauf. Das nach äußerster wirtschaftlicher Effizienz strebende System der Consulting-Firmen will alle Lebensbereiche optimieren, doch auch die Berater selbst sind diesem Leistungsanspruch ausgeliefert. Paul Niemand ist ein Mann, der anfängt, seine Kraft zu verlieren. Sein drohender Abstieg führt ihn in eine alptraumhafte Konfrontation mit seinen jüngeren Kollegen und mit der Bedeutungslosigkeit seiner bisherigen Existenz.

Das Theaterstück Unter Eis von Falk Richter wurde im Frühjahr 2004 als letzter Teil des Großprojektes Das System an der Berliner Schaubühne uraufgeführt. Es ist die erschreckende Analyse einer Sprache und Ideologie, die die gesamte Existenz erfasst. Es fragt nach den Auswirkungen eines technokratischen Denkens, nach dem Menschbild der Berater und wie ihre Weltanschauung auf den Einzelnen zurückschlägt.

Für die RuhrTriennale hat Falk Richter sein Stück zu einem Libretto umgearbeitet, das der junge und bereits mehrfach preisgekrönte Komponist Jörn Arnecke vertont. Die im Theaterstück formulierten Zustände wirtschaftspolitischer Machtstrukturen erfahren im Musiktheater Unter Eis eine Zuspitzung. In einer großen musikalischen Installation hört Paul Niemand seine Umgebung, er hört, wie die Worte der anderen zu Eis gefrieren, wie sein eigenes Blut gefriert und wie sie alle unter einer Eisdecke verschwinden. Und doch ringt er um eine eigene Sprache und sucht nach einem kritischen Standpunkt in diesem System, das mit seiner unüberschaubar wuchernden Struktur aus Zahlen, Rechnungen und Wirtschaftsrhetorik unsere Welt überflutet.

Das Stück wird von RUHRFUTUR-Veranstaltungen begleitet – dem Programm für junge Zuschauer von 16 bis 26

Ein Auftragswerk der RuhrTriennale in Kooperation mit der
Oper Frankfurt.