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(c) Filmproduktion Lökenfranke

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(c) Filmproduktion Lökenfranke

Dokumentarfilm

Im September 2006 begannen im Dortmunder Stadtteil Hörde die Bauarbeiten für ein ehrgeiziges Projekt: Auf dem ehemaligen Gelände eines Stahlwerks von Thyssen Krupp entstand der Phoenix-See. Ein großer See mit hochwertiger Wohnbebauung in einem Stadtteil, der bisher von Industrie geprägt war. Das Ziel war eine „Verbesserung der Dortmunder Lebensqualität“. Doch dachte die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft wirklich an alle Dortmunder? Und was sagen die Einwohner zu all dem? Freuen sie sich über die steigenden Miet- und Baupreise, die „Erlebnisgastronomie“ an der Promenade, das neue Außenbild ihres Stadtteils?

Trailer „Göttliche Lage“

Der Film von Ulrike Franke und Michael Loeken ist eine Langzeitbeobachtung eines komplexen Projekts, einer Stadt und ihrer Einwohner, mit all den Problemen und auch Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben. Eine Kritik am System der Planung ist immer spürbar, wird aber nie plakativ zum Ausdruck gebracht. Der Film endet im Jahr 2013. Den See gibt es schon, doch die teils unfreiwillig komischen Probleme der Planung bestehen weiterhin. Ein lehrreicher und kluger Film über ein Langzeitprojekt, der Parallelen zur Städteplanung in Deutschland ganz allgemein zulässt.

Die Filmemacher Michael Loeken und Ulrike Franke beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Ruhrgebiet, der Landschaft und den Menschen. In „Losers and Winners“ zeigten sie, wie 400 chinesische Arbeiter im Ruhrgebiet die Kokerei Kaiserstuhl in Einzelteile zerlegten und in ihre Heimat verschifften. Für den Dokumentarfilm erhielten sie 2009 den Grimme Preis. – Ihr Film „Arbeit Heimat Opel“ über die letzten Auszubildenden im Bochumer Opel-Werk ist am Mittwoch, 26. August 2015  bei der Ruhrtriennale zu sehen.