Skip to main content

thinkstock_getty

aUSSteLLUNgs- sTÜcK BocHUm

thinkstock_getty

Installation/Neue Arbeiten

In diesen Läden und Schaufenstern liegen keine Waren mehr aus. Hier wird nicht verkauft, sondern eher der Mangel verwaltet. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Ruhrtriennale macht leer stehende Schaufenster zu neuen Kunsträumen; verwaiste Ladenlokale werden zu Galerien auf Zeit. Verteilt über die Städte Bochum, Dinslaken und Duisburg zeigen junge Künstlerinnen und Künstler von renommierten Kunstakademien verschiedene Installationen, die eigens für die leeren Schaufenster entstanden sind. Jedes Werk ein Ausstellungsstück – unverkäuflich, unbezahlbar. Aber täglich zu besichtigen.

Lageplan Ausstellungsstück Bochum © Ruhrtriennale

Sebastian Freytag: „game over“

Viktoriastraße / Bongardstraße 2, 44787 Bochum

Die künstlerische Arbeit thematisiert die teilweise ambivalente Situation der Architektur in den Innenstädten. Der Leerstand vieler Ladelokale erzeugt Unterbrechungen in der Wahrnehmung des Passanten. Dieses Moment zu unterstreichen und den Rhythmus der öffentlichen Kommunikation zu unterbrechen, ist intendiert. Die Glasfront des leerstehenden Ladenlokals wird mit typografischen Zeichen versehen. Die Glasfläche wird undurchsichtig, und nur durch die frei bleibenden typografischen Zeichen leuchtet das Ladenlokal nach außen und kommuniziert die Wiederholung des „game over“ in den öffentlichen Raum. (Sebastian Freytag)

Sebastian Freytag: game over © Heike Kandalowski
Sebastian Freytag: game over © Heike Kandalowski
Sebastian Freytag: game over © Heike Kandalowski
Sebastian Freytag: game over © Heike Kandalowski
Sebastian Freytag: game over © Heike Kandalowski

Hanna Koch: „mindwork“

Massenbergstraße 15 – 17, 44787 Bochum

Die Arbeit „mindwork“ bezieht sich auf folgende Vision für das Ruhrgebiet: Durch die starke Industrialisierung sind in dieses Gebiet schon seit langem Arbeiterinnen und Arbeiter mit ihren Familien immigriert. Diese brachten ihre Kultur, ihre Religionen und Traditionen mit. Gegenden, in denen viele Kulturen aufeinander treffen, sind immer potenzielle Entwicklungsstätten für neue Ideen. Heute, da die Arbeit durch den Rückgang der Industrie wegfällt, gibt es plötzlich die freie Zeit, in der sich dieses geistige Potenzial entfalten könnte. Man kann sich vorstellen, wie die Verlagerung des Lebensschwerpunktes vom Malochen zur Philosophie, Kunst, Literatur, Wissenschaft das Leben jeder und jedes Einzelnen sowie den öffentlichen Raum verändern würde. Ausgehen muss die Entwicklung vom Einzelnen, der die Lust verspürt, sich mit den Fragen des Lebens in irgendeiner Form zu beschäftigen. (Hanna Koch)

Hanna Koch: mindwork © Heike Kandalowski
Hanna Koch: mindwork © Heike Kandalowski
Hanna Koch: mindwork © Heike Kandalowski
Hanna Koch: mindwork © Heike Kandalowski

Jens Kothe / Tim Löhde: „REVIER POWER 18“

Viktoriastraße / Bongardstraße 2, 44787 Bochum

Unser Automat hat kein Produkt, Unser Tunnel hat kein Ende.
Aus dem Keller: der Orchestergraben der Straße.
Das Material – Der Feierabend
Der Körper – Die Maschine
Der Ort – Das Herz
Das Erleben – Die Arbeit
Das Schaufenster als der Spielplatz in einer Vitrine
Das Kind in mir, die Spielsucht über dir
baut Kontakt.
(Jens Kothe und Tim Löhde)

Jens Kothe & Tim Löhde: REVIER POWER 18 © Heike Kandalowski
Jens Kothe & Tim Löhde: REVIER POWER 18 © Heike Kandalowski
Jens Kothe & Tim Löhde: REVIER POWER 18 © Heike Kandalowski
Jens Kothe & Tim Löhde: REVIER POWER 18 © Heike Kandalowski
Jens Kothe & Tim Löhde: REVIER POWER 18 © Heike Kandalowski

Zahava Rodrigo: „Shop 65“

Ciytpoint, 2. OG, Kortumstr. 87, 44787 Bochum

Nur zu den Öffnungszeiten des Citypoint zu besichtigen, Montag bis Samstag 10.00 – 20.00 Uhr, Sonntag geschlossen.

Mit der Arbeit „Shop 65“ erkundet Zahava Rodrigo Räume einer leerstehenden Ladenfläche im Bochumer Einkaufszentrum Citypoint auf fotografische Weise. Mittels Neuanordnung und Spiegelung unterschiedlicher vorgefundener Details und Perspektiven konstruiert sie einen unwirklich anmutenden, virtuellen Raum und tauscht den typischen Sichtschutz an der Schaufensterscheibe gegen einen großformatigen Print des entstandenen Motivs. Zwischen Nagelstudio und H&M wird der „Shop 65“ sichtbar, ein fiktiver und zugleich realer Raum, der die Frage nach Vergangenheit sowie möglicher Zukunft des Leerstands stellt.

Zahava Rodrigo: Shop 65 © Heike Kandalowski
Zahava Rodrigo: Shop 65 © Heike Kandalowski
Zahava Rodrigo: Shop 65 © Heike Kandalowski
Zahava Rodrigo: Shop 65 © Heike Kandalowski

Thorsten Schoth: „In Between“

Massenbergstraße 15 – 17, 44787 Bochum

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich immer wieder mit der Suche nach der ästhetischen Grenze zwischen Bildhauerei und Malerei und vor allem deren Aufhebung. Hierfür setze ich mich mit Farbe, Objekt und ihrer Beziehung zu einander auseinander. Momentan experimentiere ich mit zwei verschiedenen Methoden: Einerseits werden die durch langwierige Arbeitsprozesse entstandenen Objekt direkt mit Farbe gefasst. Andererseits wird Farbe im Raum genutzt, sodass eine Farbatmosphäre entsteht und die Objekte in eine schimmernde Reflektion gehüllt werden. Durch diese Methoden bekommen die Objekte eine malerische Qualität und verlieren jegliche Materialität. Gleichzeit nimmt die Farbe einen dreidimensionalen Charakterzug an – sie verlässt die Fläche und beginnt, im Raum zu schweben. Meine Motive entnehme ich aus dem Alltag. Sie werden isoliert und frei gestellt aus ihrem Zusammenhang wieder gegeben und erzeugen so merkwürdige, den Betrachter verunsichernde Situationen. (Thorsten Schoth) – Die vorliegende Arbeit zeigt mittels Gipsabdrücken menschlicher Körperteile und einer weißen Stoff-Spiegellandschaft eine Interpretation des Höllentors.

Thorsten Schoth: In Between © Heike Kandalowski
Thorsten Schoth: In Between © Heike Kandalowski
Thorsten Schoth: In Between © Heike Kandalowski
Thorsten Schoth: In Between © Heike Kandalowski

Und nach dem Projekt? – Die Ruhrtriennale möchte mit dem „Ausstellungsstück“ auch zur Belebung der Innenstädte als Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders beitragen. Daher ist eine Nutzung der Leerstände auch nach dem Projektzeitraum wünschenswert. Interessenten für eine Nachmietung der Ladenlokale können sich an die Vertreter von Bochum Marketing GmbH, GFW Duisburg und Wirtschaftsförderung Dinslaken wenden.

Besetzung/ Mitwirkende